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In Mittelschweden, unmittelbar südlich der Hauptstadt
Stockholm, liegt zwischen Mälarsee und Ostsee die Provinz Sörmland.
Wer sich nach intakter Natur und Outdoor-Aktivitäten sehnt,
liegt mit der anmutig-schönen sörmländischen Landschaft genau richtig.
Wander- und Radwege erschliessen die gesamte Provinz, und Bootssport kann sowohl
auf dem grossen See Mälaren als auch an der Ostseeküste vorzüglich ausgeübt
werden.
Sörmland hat mehr als 400 Schlösser und Herrensitze, die
von Parks, Alleen, Katen, Äckern und Weiden umgeben sind. Viele Anwesen sind
nach wie vor bewohnt, aber immer mehr öffnen ihre Tore für Besucher und Führungen.
Ob Sie Schloss Gripsholm in Mariefeld, Julita (das schwedische
Landwirtschaftsmuseum am See Öljaren außerhalb von Katrineholm) oder Schloss
Nynäs an der sörmländischen Küste besuchen – in der herrlichen Umgebung
wird überall die Geschichte, Kunst und Architektur vergangener Jahrhunderte spürbar.
Viele der sörmländischen Herrensitze werden heute als Hotel oder
Konferenzanlagen genutzt. Zahlreiche Städte in Sörmland haben interessante
Stadtviertel. Die idyllischen Kleinstädte Trosa, Mariefred und Torshälla laden
zu ruhigen Spaziergängen sowie zu einem Besuch in kleinen Lädchen, Cafés und
Restaurants ein.
Die sörmländische Landschaft mit ihren Seen, dem Schärgarten und ihren
Wasserläufen bietet vielfältige Möglichkeiten für Boots- und Paddeltouren
sowie für andere Aktivitäten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wanderung
auf dem 1000 km langen Sörmlandsleden oder einer Fahrradtour auf dem Näckrosleden?
Die Region hat eine Gesamtfläche von 6060 km2 und insgesamt 250 000 Einwohner.
Die historische Provinz wird im Norden vom See Mälaren und
größeren Buchten der Ostsee begrenzt. Im Osten grenzt sie an die Ostsee und im
Süden an die Bucht Bråviken und die Provinz Östergötland. Im Westen schließen
der See Hjälmaren, die Provinz Närke und die Provinz Västmanland an.
Södermanland ist ein Flachland, das nirgendwo mehr als 200
Meter über dem Meer aufragt. Die Landschaft ist mit vielen bewaldeten Hügeln
übersäht, die über Senken aufragen, in denen sich Seen, Torfmoose oder
lehmige Ebenen befinden. Die einzige größere Ebene Södermanlands liegt südlich
des Sees Hjälmaren. Dieses typische Landschaftsbild wurde durch mehrere
Verwerfungen und die Kraft der hiesigen Flüsse gebildet. Bei den Bruchzonen war
es in der Regel so, dass sich der Bereich nördlich des Bruchs senkte, während
der südliche Teil in gleicher Höhe verblieb. Manchmal entstanden auch Horste,
wie im zentralen Bereich Södermanlands, mit den Seen Hjälmaren und Mälaren
auf der einen Seite und der Ostsee auf der anderen Seite, wo der Bergrücken
eine Wasserscheide bildet.
In der angrenzenden Ostsee befinden sich unzählige Inseln,
die den südlichen Teil des Stockholmer Schärenhofs bilden.
Südwestlich der Hauptstadt Stockholm liegt Södermanland, eine durch das Wasser
zerrissene und geprägte Provinz, in der die Strassen häufig einem Ufer folgen.
Ein Beispiel ist Trosa, die "Stadt am Ende der Welt", wo sich
idyllische Holzhäuser am Kanal anschmiegen und der nächste Stopp eine Insel wäre.
Die Stadt wurde 1719 von den Russen niedergebrannt, die damals neue Kirche von
1711 aber überlebte die Feuersbrunst. Aber dieses Inferno merkt man dem Ort
heute nicht mehr an, er erscheint einfach heimelig alt.
Wie auch das in Nachbarschaft gelegene Schloss Tullgarn aus dem 18. Jahrhundert,
Sommerresidenz von Gustav V. Aber vor dem "Ende der Welt" hat Södermanland
noch einige andere Attraktionen aufzuweisen:
•Eskilstuna ... die Stadt des Heiligen Eskil wurde mit Kanonen, Messern und
Scheren reich, denn jahrsehntelang durfte solch nützlich Ding nur hier und nur
durch Schmiedemeister Reinhold Rademacher hergestellt werden! Einige seiner
Schmieden aus den 1650ern können heute noch in der Rademachergatan besichtigt
werden. Kinder werden allerdings eher den Parken Zoo ansteuern wollen, kompletg
mit Freizeitbad, Phantom in der Schädelfestung und Pandabären!
•Flen ... vor allem die Umgebung dieser jungen Stadt (1949!) ist sehenswert.
Am See Valdemaren jann man das Königsschloss Stenhammer erspähen (...
Besichtigung unmöglich, ausser als persönlicher Gast des Königshauses!), in
Harpsund kann man wenigstens den Garten des Premierministers besuchen, mehrere
Militärmuseen sind zu besichtigen und in Malmköping warten auch die Museispårvägen
auf die Freunde historischer Strassenbahnen, Busse und sogar Taxis!
•Julita Gård ... angeblich das weltgrösste Freilichtmuseum, entstanden als
Privatinitiative des Arthur Bäckström und seit 1941 dem Staat geschenkt. Ein
riesiger Landsitz mit Dutzenden von Dorfgebäuden zeigt das Leben vergangener
Zeiten, komplett mit lebenden Tieren. Und irgendwo versteckt sich auch das Haus
von Petterson und Findus!
•Mälardalen ... das Tal des Sees Mälaren kann nicht nur mit schöner Natur
aufwarten. Rund einhundert Burgen, Schlösser und Herrenhäuser sind hier fast
aneinandergereiht zu finden. Zu den schönsten gehören Drottningholm (Königspalast
aus dem 17. Jahrhundert), Stenige (1690 im italienischen Stil erbaut),
Skokloster (unfertiger Prachtbau Wrangeks), Wik (spätmittelalterliche Festung),
Engsö (renoviert in den 1740ern im Stil des französischen Rokoko), Grönsöö
(Herrenhaus von etwa 1630), Tidö (Barock-Landsitz des Kanzlers Axel Oxenstierna
von 1642), Strömsholm (Reiterparadies mit Haus im Stil des schwedischen
Barock), Gripsholm (Gustav Vasas Backsteinburg von 1540) und Sturehof (Landsitz
aus dem 18. Jahrhundert mit sehenswerten Kachelöfen).
•Mariefred ... Schloss Gripsholm erwartet hier den Besucher in aller Pracht,
natürlich komplett mit der Nationalen Portraitgallerie (4.000 Portraits aus
rund 500 Jahren). Die Stadt ist quasi nur ein Anhängsel des Schlosses, hat aber
durchaus ihren eigenen Reiz. Und die historische Dampfbahn des Östea Södermanlands
Järnväg. Touristen mit etwas Zeit sollten Mariefred im Sommer mit der über
hundert Jahre alten S/S "Mariefred" ansteuern, die in dreieinhalb
Stunden direkt von Stockholm hierher dampft.
•Nyköping ... die Hauptstadt Södermanlands (27.500 Einwohner) ist vor allem
wegen das Banketts bekannt - kein kulinarischer Genuss, sondern eine 1317 verübte
Unrechtstat des Königs Birger, die heute noch jeden Sommer in der Burg
nachgespielt wird. Allerdings ist nur noch deren Turm "original", der
Rest brannte 1665 ab. Das Sörmlands Museum bringt dem Besucher die
Lokalgeschichte nahe, und mit dem Tuffis (Ausflugsbahn) kann man ab Stora Torget
gemütlich ins Umland fahren.
•Södertalje ... mit über 63.000 Einwohnern eine sehr lebendige Stadt, die im
Mittelalter als Handelsknotenpunkt berühmt war, der dann aber von mindestens
zwei Reitern der Apokalypse und einem Helfer (Krieg, Pest und die in Schweden
fast übliche Feuersbrunst) wiederholt der Garaus gemacht wurde. Erst das
Indstriezeitalter liess Södertalje wieder aufblühen. Nicht zuletzt durch die
Ansiedlung des Industriegiganten Scania. Den Besucher erwarten das Torekällbergets
Museum (Freilichtmuseum zur Ortsgeschichte) und die Marcus Wallenberg-hallen für
den Trucker in uns allen (alte Scanias zu Hauf). Kinder werden das für sie
konzipierte Wissenschaftszentrum "Tom Tits Experiment" lieben!
•Strängnäs ... eine frühe Bischofsstadt, deren Kathedrale von 1280 die Wahl
Gustav Vasas zum schwedischen König sah und die von hübschen Holzhäusern
sowie der Bischofsresidenz Roggeborgen (ca. 1480) umgeben ist. Mit zum
Gemeindegebiet gehört allerdings auch Selaön, die grösste Insel im Mälaren.
Und hier findet man nicht nur die frühere Sommerresidenz des Bischofs (Tynnelsö
Slott), sondern auch reichlich Runensteine!
•Ytterjärna ... ist ein Zentrum der schwedischen Anthroposophen mit Schulen,
Kliniken, Bauernhöfen und kulturellen Einrichtungen nach Massgabe Rudolf
Steiners. |
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